Wissenswertes von A - Z

Adhäsion / Klebfestigkeit:

notwendige Kraft, um eine Klebung unter Zug-, Druck-, Biege-, Schäl-, Spalt- oder Scherbean-spruchung zu trennen

Allgemein anerkannte Regeln der Technik

Allgemein anerkannte Regeln der Baukunst und Technik sind auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen beruhende, allgemein bekannte, anerkannte und bewährte technische Regeln für den Entwurf, die Ausführung und die Unterhaltung baulicher Anlagen. Die DIN-Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter. Maßgebend ist nicht, welche DIN-Norm gilt, sondern ob die Bauausführung zur Zeit der Abnahme den anerkannten Regeln der Technik entspricht. DIN-Normen können die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter diesen zurückbleiben!

§6 der EnEV 2007 fordert: „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die Wärme übertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet sind.” Die anerkannten Regeln der Technik stellen gegenüber der Formulierung in der EnEV 2004/2007 einen rückschrittlicheren Stand dar.

Anschluss

Verbindung zwischen verschiedenen Luftdicht-heitsschichten, Bauteilen und Durchdringungen (siehe DIN 4108-7).

Äquivalente Leckagefläche

Wenn man die Summe aller Leckagen als eine Fläche darstellt, so erhält man die äquivalente Leckagefläche. Soll die Leckagefläche aus dem gemessenen Volumenstrom bei 50 Pa Druckdifferenz abgeschätzt werden, so kann man ganz einfach den Volumenstromwert in m³/h halbieren. Dann erhält man den Wert für die äquivalente Leckagefläche in cm².

Außenwand - Luftdurchlass (ALD)

Geregelter oder manuell verschließbarer Luftdurchlass, der dafür vorgesehen ist, dass bei freier Querlüftung, freier Schachtlüftung oder ventilatorgestützten Abluftanlagen Außenluft in Räume nachströmen bzw. aus Räumen abströmen kann (siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Blower-Door-Test

www.luftdicht.deEin auch als „Differenzdruckverfahren” bezeichnetes Messverfahren, das dazu dient, die Luftdurchlässigkeit der Hülle von Gebäuden vor Ort zu messen. Das Verfahren ist genormt in den Normen DIN EN 13829:2000 und ISO 9972:1996.
Weitere Informationen unter www.luftdicht.de

Dampfbremse / Dampfsperre

Eine Bauteilschicht, die die Diffusion von Wasserdampf in die Dämmung verhindern bzw. bremsen soll. Verwendet werden dafür spezielle PE-Folien und Papierprodukte. Je nach Grad der dampfbremsenden Wirkung wird von Dampfsperren (Sd-Wert > 1.500m)  oder Dampfbremsen (Sd-Wert < 1.500m) gesprochen. Diese Bauteilschicht übernimmt häufig die Funktion der Luftdichtigkeitsschicht.

Dampfkonvektion

Transport von Wasserdampf durch Luftleckstellen hindurch. Die transportierte Dampfmenge ist in der Regel bis zu mehreren tausend Mal größer als die durch Diffusion transportierte Menge.

Dampfdiffusion

Bewegung von Wasserdampf durch das Material eines Bauteils hindurch. Ein anderer Transportmechanismus für Wasserdampf ist die Dampfkonvektion.

delta p

Der griechische Buchstabe Delta wird als Symbol für die Differenz zweier Werte benutzt. „p” ist die Abkürzung für den Druck. „delta p” ist somit der Differenzdruck in Kurzform.

Differenzdruck

Der Unterschied zwischen zwei Drücken. Die Luftdichtheit z.B. wird gemessen, indem zwischen dem Innenvolumen eines Gebäudes und der Außenwelt ein Druckunterschied (Differenzdruck) aufgebaut wird. Um natürliche Druckschwankungen zu eliminieren muss ab einem Differenzdruck gemessen werden, der deutlich höher ist als die natürlichen Druckschwankungen.

DIN EN 13829

In der DIN EN 13829 vom Februar 2001 „Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden, Bestimmung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden Differenzdruckverfahren” sind zwei Verfahren (Verfahren A und Verfahren B) zur Messung der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden definiert. Auf diese Norm wird in der EnEV 2002, 2004, 2007 und 2009 Bezug genommen.

DIN 4108-7

Teil 7 der DIN 4108 (Stand 2001) geht auf die Luftdichtheit von Gebäuden ein. Er enthält Anforderungen (Grenzwerte) als Empfehlungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie Beispiele. Eine Überarbeitung liegt als Entwurf vor (siehe E DIN 4108-7:2009-01).

EnEV = Energieeinsparverordnung

Eine Verordnung auf der Grundlage des Energieeinspargesetzes (EnEG).

Darin werden unter anderem die gesetzlich einzuhaltenden Grenzwerte für die Luftdichtheit vorgegeben, die einzuhalten sind, wenn ein Dichtheitsnachweis nach DIN13829 durchgeführt wird.

Ergebnis

Beim Blower-Door-Test wird ein Ergebnis gewonnen, das die Dichtheit des Gebäudes wiedergibt. Dieses wird dann mit einem Grenzwert verglichen, so dass auch das Bestehen bzw. Nichtbestehen des Tests als Ergebnis betrachtet werden kann.

Fuge

Zwischenraum zwischen zwei Bauwerksteilen oder Bauteilen, um z.B. unterschiedliche Bewegungen zu ermöglichen.

Fugendurchlasskoeffizient

Angabe der Luftmenge in m³ an, die in einer Stunde durch eine 1m lange Fuge, bei einem Druckunterschied von 10 Pa hindurchströmt. DIN EN 12 207-1: 2000-06 definiert Klassen der Fugendurchlässigkeit. Da der Winddruck mit der Höhe des Hauses zunimmt, müssen die Fugen von hohen Häusern besser gedichtet sein als bei niedrigen Häusern, wie z. B. bei Einfamilienhäusern oder Doppel- und Reihenbauten.  Deshalb schreibt die EnEV für Gebäude abhängig von der Geschosszahl unterschiedliche Klassen der Fugendurchlässigkeit vor.

Gebäudehülle

Grenze, die das Innenvolumen, welches Gegenstand der Luftdichtheitsmessung ist, von der äußeren Umgebung oder anderen Gebäudeteilen trennt. (siehe DIN 13829) Die Fläche dieser Grenze wird als Gebäudehüllfläche oder einfach Hüllfläche bezeichnet.

Gebläsedruck

Bei manchen Blower-Door-Messausrüstungen wird zur indirekten Volumenstrommessung die Luftdruckerhöhung in einer Messblende gemessen, die sich dadurch einstellt, dass ein Gebläse Luft durch die Messblende fördert. Dabei wird die Druckdifferenz zwischen einem Punkt vor der Messblende und einem Punkt in der Messblende ermittelt. Diese Messung dient ausschließlich dazu, den Volumenstrom durch die Messblende zu ermittelt. Zu der Messblende existiert eine Kalibrierungstabelle, mittels der jedem Gebläsedruckwert (in Pa) ein Volumenstrom (in m³/h) zugeordnet werden kann.

Grenzwerte für die Luftdichtheit

Werte für die Luftdichtheit, die nicht überschritten werden dürfen. Diese Grenzwerte haben Gesetzescharakter und sind in der Energieeinspar-verordnung und in Normwerken verankert.

Haftgrund

Anstrich, auf den jeweiligen Untergrund abgestimmt, als Haftvermittler, ggf. zur Oberflächenverfestigung
(siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Infiltrationsrate

Luftwechselrate unter natürlichen Druckbedingungen

Innenputz

Meist als 1-lagig aufgetragene innere Beschichtung einer Wand. Der Innenputz stellt in der Regel die Luftdichtheitsschicht dar. Gemauerte Wände sind ohne Innenputz in der Regel sehr undicht.

Innenvolumen

Absichtlich beheiztes, gekühltes oder mechanisch belüftetes Volumen (s. Luftvolumen) in einem Gebäude oder Gebäudeteil, das Gegenstand der Messung ist, üblicherweise ohne Dachboden, Keller oder Anbauten. (siehe DIN 13829)

Installationsebene

Die Installationsebene ist ein Hohlraum, in der diverse Versorgungsleitungen untergebracht werden können. Sie wird auf der Innenseite der Luftdichtigkeitsschicht vorgesehen, um Durchdringungen  der Luftdichtheitsschicht zu vermeiden. Häufig ist sie eine Lattung auf der Dampfbremsfolie zwischen der Folie und der Wandinnenbekleidung. Bei manchen kostensparenden Bauweisen wird auf die Installationsebene verzichtet. Dann müssen die Durchdringungen entsprechen abgedichtet werden (z.B. luftdichte Hohlwanddosen).

Klebeband

Träger mit in der Klebezone in konstanter Schichtdicke werkseitig aufgebrachtem Klebstoff (siehe E DIN 4108-7:2009-01) Das Klebeband, welches für das Abkleben von Stößen, Überlappungen oder zum Anschließen von Dampfbremsen an Bauwerksteile verwendet wird, muss die dauerhafte Dichtigkeit der Gebäudehülle gewährleisten. Dieses bedeutet, dass das Klebeband eine Dichtfunktion hat. Normalerweise versteht man unter Kleben eine kraftübertragende Funktion. Genau das ist jedoch bei den hier angesprochenen Dampfsperrklebebändern nicht der Fall, weil sie weiche und fliesfähige Kleber aufweisen, die bei geringer Zugbelastung nachgeben.

Daher ist es sehr wichtig, dass die Dampfbremsen mechanisch so gesichert sind, dass keinerlei Zugkräfte auf das Klebeband einwirken können. 

Klebemasse

Luftundurchlässiger Klebstoff, der als pastöse Masse zwischen einem beweglichen und einem unbeweglichen Bauteil, bzw. zwischen zwei beweglichen Bauteilen, eingebracht wird und sie dichtend verbindet
(siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Kohäsion / Scherfestigkeit

Ausdruck der Kohäsion der Haftklebeschicht; max. Schubspannung, der eine Klebebindung standhält

Korrelationskoeffizient

Üblicherweise wird der gemessene Verlauf des Volumenstroms über dem Gebäudedruck doppellogarithmisch dargestellt. Dann ist der sichtbare Verlauf normalerweise eine Gerade. Bei Messschwankungen weichen die Messpunkte mehr oder weniger von der Geraden ab. Der Korrelationskoeffizient gibt nun an, wie gut die Übereinstimmung ausfällt. Bei vollständiger Übereinstimmung ist er 1,00 (entspricht 100%). In der Praxis werden Korrelationskoeffizienten von 0,98 bis 0,99 erreicht.

Leckage

Leckstelle (Undichtigkeit) in der Luftdichtigkeitsebene, durch die Luft durch die Gebäudehülle strömen kann. Die Strömungsrichtung hängt von den Druckverhältnissen ab.

Leckagefläche

Wenn man sich die einzelne betrachtete Leckage als eine zusammenhängende Fläche vorstellt, so kann man sie als Fläche z.B. in Quadratzentimeter cm² ausdrücken. Die einzelne Leckagefläche ist jedoch schwer zu ermitteln. Einfacher ist es, von dem Ergebnis der Luftdichtheitsmessung eine Angabe über die äquivalente Leckagefläche abzuleiten.

Leckagestrom

Volumenstrom durch die Gebäudehülle. Diese Luftbewegung umfasst die Strömung durch Fugen, Risse und poröse Materialien oder Kombinationen davon - und wird durch die Luftfördereinrichtung verursacht. (siehe DIN 13829)

Lüftungsanlage

Das ist eine mechanische Einrichtung zur Sicherstellung des Grundlüftungsbedarfs in einem Gebäude.

Luftdichtheit

Eigenschaften eines Gebäudes bezüglich der Luftdurchlässigkeit der Gebäudehülle (Strömung durch die Gebäudehülle). Angegeben wird die Luftdichtheit am häufigsten mit dem Wert der Luftwechselrate (n50 in 1/h).  Eigenschaft eines Baustoffes, eines Bauteils oder der Hülle eines Gebäudes, nicht oder nur in geringem Maße mit Luft durchströmt zu werden. (siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Luftdichtheitsschicht / Luftdichtigkeitsebene

Schicht, die die Luftströmung durch Bauteile hindurch verhindert (siehe DIN 4108-7).

Luftdichtheitsschicht: „Schicht, meist raumseitig der Wärmedämmung verlegt, die die Luftströmung von außen in den Raum und umgekehrt durch das Bauteil hindurch verhindert (Vermeidung von Wärmeverlusten und Kondensat infolge Konvektion), meist in Funktionseinheit mit der diffusions-hemmenden Schicht” (siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Luftdruckunterschiede

Natürliche wetterbedingte Druckschwankungen über größere Zeiträume haben auf Zugluft in einem Gebäude keinen Einfluss. Diese beziehen sich auf den absoluten Druck. Solche Druckänderungen sind sehr schnell ausgeglichen und kommen als Antriebskraft für Luftströmungen nicht in Frage.

Luftdurchlass

Öffnungen in der Außenwand, die als direkte Zuluftöffnungen einer mechanischen Lüftungsanlage dienen. Sie sind Bestandteil der Lüftungsanlage.

Luftdurchlässigkeit

Leckagestrom bei der Bezugsdruckdifferenz über der Gebäudehülle, dividiert durch die Hüllfläche, üblicherweise bei 50 Pa (siehe DIN 13829). In der DIN wird dafür die Abkürzung q50 verwendet.

Luftgeschwindigkeit an Leckagen

Blower-Door-Messteams verwenden häufig Luftgeschwindigkeitsmessgeräte (Thermoanemometer), um Detailuntersuchungen an Bauteilfugen vorzunehmen und Leckstellen zu orten. Dabei nähert man sich mit dem Fühler des Messgerätes der Austrittsöffnung der Luft so nah wie möglich, denn nach wenigen Zentimetern ist der Luftstrom im Allgemeinen schon nicht mehr nachweisbar.

An Bauteilfugen werden kleine Luftmengen durch einen kleinen Austrittsquerschnitt gedrückt. Das Messergebnis hängt stark davon ab, wie nah man den Fühler an die Leckstelle annähern kann.

Damit die aus den Leckagen austretenden Luftmengen zu einer Beeinflussung der Behaglichkeit führen können, müssen entsprechende Luftmengen zusammenkommen, die zu einer Bewegung der Luftmasse im Raum führen können (siehe Raumluftgeschwindigkeit).

Grenzwerte sind für die gemessene Luftgeschwindigkeit an Leckagen nicht definiert. Die wird es wegen der beschriebenen Messproblematik auch kaum geben können. Man geht davon aus, dass ab Luftgeschwindigkeiten von 2 m/s ernst zu nehmende Leckstellen vorliegen. Es wird in Fachkreisen jedoch immer wieder davor gewarnt, den Messwerten allzu große Bedeutung beizumessen. Die Luftgeschwindigkeit hängt stark von der Form und Größe der Austrittsöffnung ab. Viel wichtiger ist es, die Luftmenge zu bewerten.

Luftvolumen

Das Luftvolumen wird bei der Blower-Door-Messung als Bezugsgröße bei der Bestimmung des Luftwechselrate verwendet. Es ist das Netto-Innenraum-Luftvolumen (s. Innenvolumen), welches analog DIN 277 ermittelt wird. Fensternischen und Türdurchbrüche werden nicht berücksichtigt. Die Berechnung kann somit aus der Summe der Wohn-, Nutz- und Verkehrsflächen, multipliziert mit der mittleren lichten Raumhöhe, erfolgen.
Quelle: Anwenderhandbuch Minneapolis Blower-Door, Modell 4

Luftwechselrate

Ist gleichbedeutend mit dem volumenbezogenen Leckagestrom bei der Bezugsdruckdifferenz.

Sie gibt an, wie häufig das Luftvolumen des Gebäudes pro Stunde ausgetauscht wird. Sie wird mit dem Buchstaben „n” angegeben mit einer tiefer gestellten Zahl als Angabe, auf welchen Gebäudedruck (in Pascal) sich der Wert bezieht, z.B. „n50”. Die Dimension ist 1/h.

Mindestluftwechselrate

Neben den Höchstwerten für die Luftwechselrate gibt die EnEV auch einen Mindestluftwechsel vor: Zitat aus EnEV: Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

Die Luftwechselrate, bei der das erfüllt ist, ist die Mindestluftwechselrate.

Nettogrundflächenbezogener Leckagestrom

Leckagestrom bei der Bezugsdruckdifferenz über der Gebäudehülle, dividiert durch die Nettogrundfläche. ANMERKUNG: Eine Druckdifferenz von 50 Pa ist üblich (siehe DIN 13829). In der DIN wird dafür die Abkürzung w50 verwendet.

n50

s. Luftwechselrate

Pascal [Pa]

Pascal ist eine Maßeinheit für den Druck, die angibt wie viel Newton [N] (1N=0,0981kg)  auf 1 Quadratmeter [m²] drücken.

Beim Blower-Door-Test wird mit 50 Pa gemessen. Das heißt, dass etwa 4,9 kg (rund 5 kg) auf 1 m² Gebäudehülle drücken. 100 Pa entspricht 1 mbar.

q50

Siehe Luftdurchlässigkeit

Raumluftgeschwindigkeit

Bewegungsgeschwindigkeit der Luftmasse im Raum, die ab einem bestimmten Wert als unbehaglich empfunden werden (Zugluft). Zulässige Raumluftgeschwindigkeiten sind in der DIN 1946 festgelegt. Die Raumluftgeschwindigkeit ist zu unterscheiden von der an Leckagen gemessenen Luftgeschwindigkeit!

Sd-Wert

Der Sd-Wert gibt die Stärke der Dampfbremswirkung eines Materials an. Sie wird in m (Meter) angegeben. Eine Luftstrecke in der angegebenen Größe hätte die gleiche Dampfbremswirkung wie das Material.

Der Sd-Wert eines Klebebandes hängt sowohl vom Trägermaterial als auch vom Klebstoff ab. Klebebänder guter Qualität weisen einen Klebstoffauftrag von > 200 g/m² auf. Allein das bewirkt einen minimalen Sd-Wert des Klebebandes von ca. 40 m. Da die effektiv abgeklebte Fläche der Luftdichtheitsschicht deutlich unter 5% liegt, kann der Einfluss des Klebebandes auf die Luftdichtheitsschicht weitestgehend vernachlässigt werden.

Stand der Technik

In §5 der EnEV 2002/2004  wird gefordert: „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die Wärme übertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist.” Die Juristen tun sich schwer mit dem recht unklaren Begriff Stand der Technik, der nach der „Dreistufentheorie” (siehe Ulf Köpke, 9. Blower-Door-Symposium, Seite 54) zwischen der „allgemein anerkannten Regel der Technik” und „Stand der Wissenschaft und Technik” angesiedelt ist. Er beschreibt demnach gegenüber den „allgemein anerkannten Regel der Technik” einen fortschrittlicheren Entwicklungsstand.

Stand der Wissenschaft und Technik

Nach der „Dreistufentheorie” (siehe Ulf Köpcke, 9. BlowerDoor-Symposium, Seite 54) ist „Stand der Wissenschaft und Technik” der höchste Entwicklungsstand. Erreicht ist diese Stufe, wenn auf der Grundlage der Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschung und ingenieurwissenschaftlicher Erfahrungssätze die technische Realisierbarkeit festgestellt ist.

Stoß

Bereich, in dem Einzelelemente der Luftdichtheitsschicht stumpf aufeinandertreffen (siehe DIN 4108-7 und E DIN 4108-7:2009-01).

Strömungsgeschwindigkeit

Die gibt an, wie schnell sich Luft gegenüber dem ruhenden Raum bewegt. Sie wird meist angegeben in der Einheit Meter pro Sekunde (m/s).

Strömungskoeffizient

Der Volumenstrom durch die Gebäudehülle lässt sich darstellen durch folgende Gleichung:
Venv = Cenv(delta p)n
Darin ist Cenv der Strömungskoeffizient, Venv der Volumenstrom durch die Gebäudehülle, delta p die erzeugte Druckdifferenz und n der Strömungsexponent.

Tack

Anfassklebrigkeit, gemessen unter sehr geringem Druck und kurzer Kontaktzeit

Taupunkt

Luft kann mit zunehmender Temperatur mehr Wasserdampf aufnehmen. Bei sinkender Temperatur von einem Baustoff bzw. der Luft, bei der die relative Luftfeuchtigkeit von 100 % erreicht wird, fällt der dann überschüssige Wasserdampf in Form von Tauwasser aus. Der Grenzbereich wird Taupunkt genannt. Gebäude sollten so konstruiert werden dass die Taupunkttemperatur auf der Innenseite der Luftdichtheitsschicht nicht unterschritten wird. Die Bildung von Kondenswasser und daraus resultierende Bauschäden oder Schimmelbildung wird dadurch vermieden. Besonders schädlich sind Luftströmungen durch die Luftdichtheitsschicht. In diesem Fall ist immer mit einer Unterschreitung des Taupunktes zu rechnen.

Temperaturbeständigkeit

Beständigkeit eines Haftklebstoffs gegen eine bestimmte thermische Beanspruchung, bei deren Überschreitung die Haftklebeschicht irreversibel abgebaut wird und damit ihre Eigenschaften verliert

Thermografie

Die Thermografie (auch Thermographie) ist ein Bild gebendes Verfahren, das Temperaturverteilungen sichtbar macht. Wärmestrahlung, die im Infrarotbereich liegt und damit unserem Auge nicht sichtbar ist, wird im sichtbaren Bereich mittels Kameratechnik dargestellt. Die Thermografie ist in Kombination mit Luftdichtheitsmessungen hervorragend zur Ortung von Leckagen geeignet, wenn entsprechende Temperaturdifferenzen vorhanden sind.

Überlappung

Bereich, in dem Einzelelemente der Luftdichtheitsschicht übereinander angeordnet sind (siehe DIN 4108-7).

Verfahren A

Nach DIN EN 13829 ist das Verfahren A eine Prüfung des Gebäudes im Nutzungszustand.

Der Zustand der Gebäudehülle sollte dem Zustand während der Jahreszeit entsprechen, in der Heizungs- oder Klimaanlagen benutzt werden. Nähere Einzelheiten s. Norm

Verfahren B

Nach DIN EN 13829 ist das Verfahren B eine Prüfung der Gebäudehülle.

Alle absichtlich vorhandenen Öffnungen in der Gebäudehülle werden geschlossen oder abgedichtet.

volumenbezogener Leckagestrom bei der Bezugsdruckdifferenz

Leckagestrom bei der Bezugsdruckdifferenz über der Gebäudehülle, dividiert durch das Innenvolumen. Üblicherweise bei 50 Pa (siehe DIN 13829).

Volumenstrom

Eine pro Zeiteinheit fließende Volumenmenge (wird meist in [m³/h] angegeben).

Volumenstrommessung

Ein Verfahren zur Ermittlung der pro Zeiteinheit fließenden Volumenmenge.

Übliche Verfahren:

  • Indirekt über einen in einer Messblende gemessenen Druck, der mittels einer „Volumenstromtabelle” dem jeweiligen Volumenstrom zugeordnet wird.

  • Indirekt über die Messung der Ventilatordrehzahl, die über eine „Ventilatorkennlinie” dem jeweiligen Volumenstrom zugeordnet wird.

Genauigkeitsanforderungen nach DIN 13829: 7% des Messwertes.

vorkomprimiertes Dichtband

komprimierbares Band, das zwischen einem beweglichen und einem unbeweglichen Bauteil, bzw. zwischen zwei beweglichen Bauteilen eingebracht wird und durch den Anpressdruck gegen die Flanken die Fuge luftdicht verschließt
(siehe E DIN 4108-7:2009-01)

w50

Siehe Nettogrundflächenbezogener Leckagestrom.

Winddichtheit

Die Eigenschaften eines Gebäudes bezüglich der durch Wind verursachten Durchströmung der Dämmung eines Gebäudes (Strömung innerhalb der Gebäudehülle).

„Eigenschaft einer Dach-, Wand- oder Fassadenkonstruktion oder einer außenseitigen Wärmedämmung, nicht oder nur in geringem Maße mit Außenluft durchströmt zu werden”
(siehe E DIN 4108-7:2009-01)

Wichtig: Abgrenzung zu Luftdichtheit.

Winddichtheitsschicht

Schicht, meist außenseitig der Wärmedämmung verlegt, die das Einströmen kalter Außenluft in die Konstruktion und das wieder Austreten an anderer Stelle erschwert und so die Abfuhr von Wärme vermindert (siehe E DIN 4108-7:2009-01)